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Sind wir zu alt für ein Baby? Kinderwunsch ab 40

Es ist kein Geheimnis mehr: das Alter der Paare beim ersten Kind steigt immer mehr an. Oft wird der Kinderwunsch solange hinausgezögert, bis es dann fast gar nicht mehr klappt. Aber ab wann sollte man auf den Kinderwunsch verzichten? Ab wann ist man wirklich zu alt für ein eigenes Kind?

Prominente machen es vor

Sie könnten vom Alter her bereits Grosseltern sein: Frauen, die jenseits der 40 noch einmal Mutter werden wollen. Und sie befinden sich in bester Gesellschaft. Promi-Mütter machen es vor, die Mutterschaft ab 40: Halle Berry, Gianna Nannini, Birgitt Schrowange, Kim Basinger. Um nur einige zu nennen. Und sie strahlen ihr Glück in alle Welt hinaus! Seht her: ich bin glückliche Mama, mit weit über 40 Jahren!

Doch was steckt hinter dem Trend, der gegen jegliche biologische und medizinische Vernunft spricht? Und was sind die Kehrseiten der späten Mutterschaft? Leider suggerieren die Promi-Mütter uns Normal-Sterblichen, dass man auch mit 50 noch locker Eltern werden kann. Die Realität sieht leider ganz anders aus und endet oft in einer teuren Klinik für Reproduktionsmedizin. Und wenn alles nicht mehr funktioniert, dann muss man sich eingestehen: wir haben zu lang gewartet.

Auch die Statistiken belegen den Trend der immer älter werdenden Eltern: In Deutschland liegt das Alter der Erstgebärenden bei fast 31 Jahren, noch in den 1960er Jahren lag dieses Alter bei 25 Jahren. Auch in anderen Ländern Europas lässt sich dieser Trend klar an den Zahlen ablesen. Doch warum entscheiden sich immer mehr Eltern, erst im höheren Alter eine Familie zu gründen und ist dies überhaupt eine bewusste Entscheidung?

Erst Karriere, dann Familie

Die Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten sind heutzutage deutlich vielfältiger als noch vor 40 Jahren. Heutzutage muss keiner mehr den elterlichen Familienbetrieb übernehmen, sondern kann seinen eigenen Karrierepfad beschreiten. Auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sind enorm, denken wir nur allein an das Reisen. Vor allem die Karriere-Möglichkeiten für Frauen sorgen für eine enorme Verschiebung der Lebens- und Familienplanung. Waren die Frauen vor 40 Jahren mit 20 fertig mit der Ausbildung und standen damit dem Heirats- und Familienmarkt zur Verfügung, so endet die durchschnittliche Ausbildung heutzutage erst Ende der 30er Jahre. Und damit die Ausbildung nicht umsonst war, sollte man nun noch etwas arbeiten und Geld verdienen. Und man möchte die Früchte seiner Ausbildung und Arbeit auch erst einmal geniessen, geht auf Reisen, gibt Geld aus, kurz: es wird gelebt.

Niemand möchte etwas verpassen, alle möchten das Leben geniessen. Und alle möchten jung bleiben. Und oft ist man auch mit 30 privat noch ungebunden. Ein fester Partner ist aber für die Familienplanung unerlässlich. Viele Frauen machen sich erst jenseits der 30 darüber Gedanken und nun beginnt eine oft verzweifelte Suche nach dem geeigneten Vater für das Kind. Diese Suche kann sich sehr langwierig gestalten und nicht selten bleiben die Frauen ganz allein, weil sie entweder keine Zeit für die Partnersuche haben oder aber schlicht zu anspruchsvoll sind.

Wann ist man zu alt für eigene Kinder?

Um wieder auf unsere Promis zurückzukommen: Sandra Bullock schockierte einst mit der Aussage, sie sei zu alt für eigene Kinder, da war sie 46 Jahre alt und hätte eigentlich gut in den Reigen der reifen Promi-Mütter gepasst. Doch wann ist man wirklich zu alt, noch Kinder in die Welt zu setzen?

Natürlich gibt es keine klar definierte Altersgrenze für das Elternwerden. Bevor man aber im höheren Alter an die Familienplanung denkt, sollte man sich einige Gedanken dazu machen, wie die Zukunft -auch die fernere!- mit einem Kind aussehen soll. Überlegen Sie sich ruhig, wie alt Sie sein werden, wenn Ihr Kind 20 Jahre alt ist. Und bedenken Sie auch: es befindet sich dann immer noch in der Ausbildung. Oft bedeutet die späte Entscheidung für ein Kind, dass man auch jenseits des wohlverdienten Pensions-Alters noch für ein finanziell abhängiges Kind sorgen muss. Ist das Modell “Kindergeld und Rente” wirklich zukunftstauglich? Haben Kinder nicht ein Recht darauf, mit ihren Eltern Fussball zu spielen, herumzutoben, wandern zu gehen? Werden Sie mit über 50 Jahren dazu noch in der Lage sein? Und ist es nicht auch der Sinn des Erwachsenwerdens, seine Eltern als Erwerbstätige zu erleben, und nicht als betagte Greise? Die Nachteile des späten Elternglücks liegen also klar auf der Hand. Aber gibt es auch Vorteile gegenüber den jüngeren Eltern und deren Kindern?

Sicher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft jenseits der 40 deutlich geringer als mit 30 und das Fehlgeburts-Risiko ist nicht zu unterschätzen. Aber ist die Schwangerschaft erst einmal erfolgreich, dann geht meistens alles gut. Ältere Frauen sind oft besser informiert und vorbereitet als jüngere. Sie haben sich intensiv Gedanken über das Mutterwerden gemacht und leben gesünder. Und auch finanziell sind diese Frauen sowie ihre Partner abgesichert. Mütter jenseits der 40 wollen alles perfekt machen und wollen, dass alles perfekt ist. Dies kann leider auch schnell zu Erschöpfung und Enttäuschung führen. Dann ist Improvisationstalent gefragt. Doch ältere Mütter haben oft mehr Selbstvertrauen und reagieren gelassener, wenn es mal wieder chaotisch zugeht. Diese Gelassenheit überträgt sich dann auch auf das Kind. Und nicht zuletzt bleibt man durch seinen Nachwuchs jung.

Wenn biologische Gründe dagegen sprechen

Wir wollen die Entscheidung für ein Kind jenseits der 40 nicht werten. Dennoch gibt es Gründe, die ganz klar gegen eine Schwangerschaft im Alter sprechen. So finden wir den Weg der Eizellenspende jenseits der Menopause unangebracht. Eine Schwangerschaft mit über 60 Jahren bringt wohl niemandem rechte Vorteile, weder den betagten Eltern, noch dem Baby, welches mit spätestens 20 Jahren Vollwaise sein wird. Und bedenken Sie auch, dass Sie Ihrem Kind zumuten, mit altersbedingten Krankheiten und Gebrechen aufwachsen zu müssen. Es wird vielleicht schon im Kindesalter erleben, wie seine Eltern zu Pflegefällen werden, wie Sie an Schwerhörigkeit, grauem Star und Vergesslichkeit leiden. Welchen Einfluss wird dies auf die Entwicklung Ihres Kindes haben? Kann es wirklich von Ihnen als Eltern profitieren? Was kann es noch von Ihnen lernen?

Einfluss des Alters auf Gesundheit und Lebenschancen des Kindes

Lange galt die Meinung, dass Kinder älterer Mütter mehr Gesundheitliche Probleme haben als Kinder jüngerer Mütter. Eine Studie des Max-Planck-Institutes hat nun allerdings diese althergebrachte Meinung klar widerlegt. Offenbar ist sogar das Gegenteil der Fall: Kinder älterer Mütter haben die besseren Voraussetzungen als Kinder von Müttern, die bei der Geburt unter 25 Jahren alt waren. Dies liegt vor allem daran, dass ältere Mütter besser ausgebildet, umsichtiger und finanziell abgesichert sind und damit ihrem Nachwuchs die besseren Startbedingungen in das Leben bieten können als die Kinder sehr junger Mütter. Kinder älterer Eltern haben im Schnitt sogar eine höhere Lebenserwartung und sind weniger übergewichtig.

Dabei gilt jedoch zu beachten, dass das tatsächliche Alter der Mutter bei der Geburt fast keinen Einfluss auf die spätere Entwicklung des Kindes hat. Vielmehr ist der Bildungsstand der Eltern relevant und die Zeit, die Eltern und Kinder noch gemeinsam verbringen können. Je höher der Bildungsstand der Eltern, desto gesünder sind die Kinder und umso höher ist deren Lebenserwartung, und zwar unabhängig vom Alter der Mutter. Auch entscheidend für die Entwicklung des Kindes ist, in welchem Alter das Kind seine Eltern verliert. Je früher dies geschieht, umso negativer wirkt sich dies auf die Entwicklungschancen des Kindes aus. Da allerdings die Lebenserwartung der Menschen immer mehr ansteigt, wird dieser Aspekt in Zukunft nur eine untergeordnete Rollen spielen. Dies insbesondere dann, wenn die Eltern bei der Geburt ihres Kindes schon sehr alt sind.

Fazit

Sie sehen also, dass es aus biologischer und medizinischer Sicht kaum Bedenken gegen ein spätes Mutterglück gibt. Im Gegenteil: das späte Mutterglück hat für beide Seiten viele Vorteile. Sie sollten aber auch überlegen, ob Sie auch im reiferen Alter noch in der Lage sein werden, ein Kind beim Erwachsenwerden begleiten zu können. Und unterschätzen Sie auch den Aspekt nicht, als Rentner noch Kinder in der Ausbildung zu haben. Während sich andere im Ruhestand bereits um ihre Enkel kümmern, werden Sie noch die Ausbildung Ihrer Kinder finanzieren müssen und ob Sie Ihre eigenen Enkel noch erleben werden, ist äusserst fraglich.
Seien Sie also bei der Frage nach der späten Elternschaft realistisch und entscheiden Sie besonnen. Seien Sie sich aber auch der Tatsache bewusst, dass Ihnen nicht mehr viel Zeit zum Überlegen bleibt. Irgendwann ist es vielleicht zu spät und Sie werden dann bereuen, dass Sie die Erfahrung des Elternglücks niemals machen durften.

Diskutieren Sie mit! Was ist Ihre Meinung zum späten Elternglück? Ist es Egoismus pur oder das gute Recht eines (auch reiferen) Menschen, Kinder in die Welt zu setzen? Sind Sie vielleicht selbst reifere Eltern? Was sind Ihre Erfahrungen?

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