ungewollt kinderlos breit

Ungewollt Kinderlos – wenn’s mit dem Baby nicht klappen will

Sie wünschen sich sehnlichst ein Baby und es will partout nicht klappen? Sie “üben” schon seit Monaten und sind immer noch nicht schwanger? Wir geben Ihnen Tipps was Sie tun können und wie Sie mit dieser Situation am besten umgehen sollten.

Nicht gleich nach dem ersten Zyklus verzweifeln!

Die wenigsten Frauen werden gleich nach Weglassen der Verhütung schwanger. Im Schnitt dauert es einige Monate, bis sich eine Schwangerschaft einstellt. Seien Sie also nicht verzagt, wenn es nicht sofort klappt und üben Sie sich in Geduld. Experten schätzen, dass die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten einer Schwangerschaft, selbst unter optimalen Bedingungen, gerade mal bei 25% liegt. Bleiben Sie also locker und üben Sie weiter.

Natürlich ist bei der Empfängnis das richtige Timing entscheidend. Wie gut kennen Sie Ihren Zyklus und die diesbezüglichen Vorgänge in Ihrem Körper? Ist Ihr Zyklus regelmässig? Oft wissen die Frauen gar nicht, wann sie ihre fruchtbaren Tage haben und woran diese zu erkennen sind. Aber auch ein unregelmässiger Zyklus kann einen Eisprung verhindern. Sollten Sie hier Abweichungen feststellen, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Empfängnis – eine Frage des richtigen Zeitpunktes

Aborte in der Frühschwangerschaft – viele Schwangerschaften enden unbemerkt

Sollte es mit Ihrer Schwangerschaft nicht sofort klappen, so kann das auch daran liegen, dass sie eine frühe Fehlgeburt hatten. Experten schätzen, dass etwa 3/4 aller Schwangerschaften beendet werden, bevor die nächste Monatsblutung fällig ist. In der Folge werden solche Schwangerschaften von den betroffenen Frauen gar nicht erst bemerkt. Möglicherweise hatten Sie ja bereits eine oder mehrere solcher “Frühgeburten”. Die Gründe für einen Frühabort liegen meist in Fehlern bei der Chromosomenzahl. Das Baby wäre damit von Beginn an nicht lebensfähig und somit beendet der Körper solche Schwangerschaften bereits sehr früh. Trösten Sie sich also damit, dass Ihr Baby ohnehin krank war, und es sicher besser ist, wenn die Natur hier einschreitet. Das Risiko für derartige genetische Fehler steigt exponentiell mit zunehmendem Alter der Frau. Sind Sie also schon über 35 Jahre alt, dann müssen Sie damit rechnen, dass es mit der Schwangerschaft etwas länger dauern kann.

Es kann aber auch sein, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht richtig in die Gebärmutterschleimheut einnisten kann. Die Ursachen hierbei sind vielfältig und Ihr Arzt kann Sie genauer beraten. Möglicherweise liegt eine Deformation der Gebärmutter vor oder die Gebärmutterwand ist zu dünn. Diese Ursachen kann Ihr Frauenarzt allerdings mittels Ultraschall analysieren. Auch Zysten oder Polypen in der Gebärmutter können eine Einnistung verhindern, da Sie die Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut verschlechtern. Sollten Sie also Mühe haben, schwanger zu werden, dann empfehlen wir, zunächst solche physischen Ursachen der Kinderlosigkeit abzuklären. Oft hilft ein einfacher operativer Eingriff, und Ihrer Schwangerschaft steht nichts mehr im Wege!

Ungewollt kinderlos

Leider gibt es aber auch Paare, da will es mit dem Nachwuchs gar nicht klappen. Von ungewollter Kinderlosigkeit spricht man, wenn ein Paar nach einem Jahr noch nicht schwanger wurde. In diesem Fall ist es ratsam, Ihren Arzt aufzusuchen. Im Normalfall wird dies Ihr Gynäkologe sein. Insbesondere ältere Paare sollten nicht allzu lange warten, externe Hilfe einzuholen. Ansonsten läuft hier die Zeit weg. Mit zunehmendem Alter -insbesondere der Frau- wird das Eintreten einer Schwangerschaft immer unwahrscheinlicher. Sollten also medizinische Gründe eine Schwangerschaft ausschliessen, ist es sinnvoll, beizeiten einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Den meisten Paaren kann schon allein durch eine Beratung geholfen werden. Nur in wenigen Fällen müssen aufwändige reproduktionsmedizinische Massnahmen ergriffen werden. Untersuchungen haben ergeben, dass in etwa 30% der Fälle die Ursachen der Kinderlosigkeit bei der Frau liegen, in 30% beim Mann und in 30% bei beiden. Letzteres ist dann der Fall, wenn das Paar nur zusammen keine Kinder haben kann, mit einem anderen Partner würden aber beide Nachwuchs bekommen können. Dieses Phänomen ist noch nicht ganz erforscht, es wird davon ausgegangen, dass die Gene beider Partner ungünstig für ein Kind wären, und es dadurch gar nicht erst zu einer Schwangerschaft kommen kann. Hier lässt sich leider aus medizinischer Sicht nichts machen. Wir empfehlen aber dennoch, es weiterhin zu versuchen.

Wie sollten Sie vorgehen, wenn Sie nicht schwanger werden können? Nach circa einem Jahr der ungewollten Kinderlosigkeit wird empfohlen, zunächst den Frauenarzt aufzusuchen. Da Sie dies ohnehin einmal im Jahr tun sollten, lässt sich dies gut mit der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung vereinbaren. Der Arzt wird zunächst abklären, ob Infektionen, Zysten und Myome, oder eine ungünstige Form der Gebärmutter die Ursache sind. Sollten Sie bereits eine Schwangerschaft hinter sich haben, ist die Undurchlässigkeit der Eileiter eine häufige Ursache für eine verhinderte Schwangerschaft. Liegt die Ursache der Kinderlosigkeit an der Frau, dann lässt sich dies in den meisten Fällen aufklären und lösen. Schwieriger wird es, wenn die Samenqualität des Mannes nicht ausreichend ist oder es Ejakulationsstörungen gibt. Eine Lösung gibt es hier oftmals nur mithilfe aufwändiger Reproduktionsverfahren.
Reproduktionsmedizin – Letzter Ausweg wenn sich der Nachwuchs gar nicht einstellt

Sollte sich eine Schwangerschaft auch über einen längeren Zeitpunkt partout nicht einstellen wollen und ist der Kinderwunsch bei Ihnen sehr ausgeprägt, dann stellt sich die Frage nach geeigneten reproduktionsmedizinischen Massnahmen. Seien Sie offen für das was Ihnen der Arzt vorschlägt. Oft hören sich die Massnahmen für einen Laien ganz furchtbar an, sind aber in der Praxis einfache Routineeingriffe, die meist schmerzfrei sind und in vielen Fällen bereits zum gewünschten Erfolg führen.

Die einfachste Massnahme ist hierbei die hormonelle Stimulierung des Eisprungs. Oft führt diese bereits zur gewünschten Empfängnis. In einem weiteren Schritt kann man die sogenannte intrauterine Insemination erwägt werden. Dabei wird eine Samenprobe des Partners genommen, die besten Spermien herausgefiltert und diese dann zum Zeitpunkt des Eisprungs in die Gebärmutter eingespritzt. Der Eingriff ist sehr effizient und für die Patientin völlig schmerzfrei. Unterstützend können die Eizellenreifung sowie der Eisprung auch medikamentös herbeigeführt werden.

Etwas aufwändiger ist die In Vitro Fertilisation (IVF). Sollten alle vorherigen Massnahmen nicht zum gewünschten Resultat geführt haben, oder sind die Ursachen für die Kinderlosigkeit gravierend, dann bleibt diese externe Befruchtung der Eizelle als letzte Möglichkeit, selbst Kinder zu bekommen. In Vitro Fertilisation bedeutet Befruchtung im Reagenzglas. Die künstliche Befruchtung ist heutzutage kein sehr seltener Eingriff mehr. Zahlreiche Kliniken und spezialisierte Privatpraxen können die künstliche Befruchtung durchführen. Dabei werden Ei- und Samenzelle unter optimalen Bedingungen zusammengebracht und die so befruchtete Eizelle wird einige Stunden nach der Befruchtung in die Gebärmutter eingepflanzt. Je nach Ursache der Kinderlosigkeit müssen sowohl Ei- als auch Samenzelle vorher aufwändig gewonnen und aufbereitet werden. Die Erfolgsaussichten der In Vitro Fertilisation liegt bei 20%. Dies ist ein respektables Ergebnis und sie können daher davon ausgehen, dass dieser Weg irgendwann zum gewünschten Baby führen wird. Bei Ausbleiben der Schwangerschaft lässt sich die Massnahme in bestimmten Abständen wiederholen. Dafür können zunächst überzählige Eizellen aus der ersten IVF genutzt werden. Bei einer IVF werden meist mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Dabei kann es unter Umständen zu Mehrlingsschwangerschaften kommen. Seien Sie sich also dieser Tatsache bewusst und freuen Sie sich auf Ihr Mutterglück, auch wenn Sie plötzlich Drillinge erwarten!

In seltenen Fällen wird der Einsatz einer Eizellenspende nötig. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Frau keine eigenen Eizellen mehr hat. Die Ursachen hierfür sind die verfrühte Menopause oder die Entfernung von Eileiter und Eierstöcken nach einer Krebserkrankung. Es kann aber auch sein, dass es nicht ratsam ist, eine Schwangerschaft mit den eigenen Eizellen zu riskieren. Die Gründe sind hier oft Erbkrankheiten. Leider ist die Eizellenspende in allen deutschsprachigen Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) verboten. Sie haben jedoch immer noch die Möglichkeit, für die Eizellenspende in ein Land zu gehen, wo die Eizellenspende erlaubt ist. In Europa sind dies momentan noch Frankreich, Grossbritannien, Spanien, Niederlande, Belgien, Tschechische Republik, Slowakei, Polen und die Ukraine. Oft gibt es in diesen Ländern Reproduktionskliniken, die sich auf deutschsprachige Kunden spezialisiert haben. Diese Kliniken befinden Sich oft in Grenznähe zum deutschsprachigen Raum und sind an der deutschsprachigen Website gut zu erkennen. Erkundigen Sie sich am besten via Internet, wo Sie einen solchen Eingriff durchführen lassen können. Eventuell hat auch Ihr Frauenarzt einen Tipp für Sie.

Wer trägt die Kosten der Reproduktionsmedizinischen Massnahmen?

In Deutschland trägt die Krankenversicherung die Hälfte der Kosten für reproduktionsmedizinische Massnahmen. Allerdings nur für die ersten drei Versuche. Die Kosten der hierzulande nicht erlaubten Eizellenspende im Ausland müssen Sie selbstverständlich selber tragen.

In der Schweiz werden ausschliesslich die Hormonbehandlung sowie die intrauterine Insemination durch die Krankenkassen bezahlt, und auch dies nur für die ersten 3 Versuche.

In Österreich gibt es einen sogenannten IVF-Fonnd, der die Kosten für die Reprudktionsmedizin unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 70% übernimmt.

Die Gesetzgebung bezüglich der Kostenübernahme reproduktionsmedizinischer Massnahmen wird in allen drei Ländern regelmässig geändert. Erkundigen Sie sich bitte im Zweifelsfall bei Ihrer Krankenkasse bezüglich deren Kostenübernahme.

Adoption – letzte Möglichkeit, Kinder zu haben

Sollten all diese Massnahmen nicht fruchten, so gibt es als letzte Möglichkeit noch die Adoption. Seien Sie sich aber bewusst, dass Adoptionsbewerbungsverfahren sehr mühsam und aufwändig sind und Sie als potentielle Eltern hohe Anforderungen erfüllen müssen. Auch rein statistisch gesehen ist ein Adoptionsgesuch in den meisten Fällen vergebens. Die Anzahl an Adoptionskindern ist in den letzten Jahren stark rückläufig gewesen und mittlerweile steht 10 adoptionswilligen Paaren gerademal ein Adoptivkind gegenüber.

Seien Sie sich auch bewusst, dass es bei der Adoption nicht darum geht, für Sie ein passendes Kind zu finden, sondern dass es das Ziel einer Adoption ist, für ein Kind die passenden Adoptiveltern zu finden. Verabschieden Sie sich daher von dem Gedanken an Ihr optimales Wunsch-Adoptivkind und seien Sie offen für alles was da kommt.

Die Chancen auf ein Adoptivkind sind im Ausland, insbesondere in Drittweltländern, deutlich grösser als in einem deutschsprachigen Land. Sind Sie bereit für ein Kind mit einer anderen Hautfarbe? In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es auf Auslandsadoptionen spezialisierte Adoptionsvermittlungsstellen. Erkundigen Sie sich am besten bei einer solchen Stelle, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, wie lang die Wartezeiten sind und wie teuer eine solche Adoption wird.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>