teenie mütter breit

Teenie-Mütter

Das Thema der Mütter im Teenie-Alter wird und wurde ausgiebig in den Medien diskutiert. Doch sind Teenie-Mütter wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Bringt das frühe Mutterglück auch Vorteile und was sagen Kinder von Teenie-Müttern über ihre Situation? Was sollten Sie tun, wenn Ihre Tochter im Teenie-Alter schwanger wird? Wir haben für Sie recherchiert.

Gründe für Teenie-Schwangerschaften

In Deutschland ist die Zahl der Teenager-Schwangerschaften in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen. Der Trend wird allgemein mit Besorgnis beobachtet. Auch die Zahl der Abtreibungen bei jungen Frauen unter 20 Jahren nimmt wieder zu. Was sind die Gründe für diese Entwicklung und warum ist sie bedenklich?

Eine Teenager-Schwangerschaft ist in den meisten Fällen nicht gewollt, sondern das Ergebnis schlampiger oder gar nicht erfolgter Verhütung. Viele Teenager haben nur ungenügendes Wissen bezüglich der Vorgänge in Ihrem Körper und machen sich bezüglich der Verhütung kaum Gedanken. Oft spielen auch Alkohol oder Drogen eine Rolle, die Schutzmechanismen werden ausser Kraft gesetzt und auf Verhütung wird gleich einmal ganz verzichtet Der anschliessende Schock ist erstmal gross und es stellt sich nun die Frage, was mit der Schwangerschaft geschehen soll.

Abbruch oder Austragen?

Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist immer schwierig. Besonders junge Mädchen sind damit oft hoffnungslos überfordert. Hier braucht es unbedingt den Beistand der Eltern. Die Entscheidung bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs sollte niemals leichtfertig erfolgen. Im Rahmen einer Teenie-Schwangerschaft gilt es jedoch, die besonderen Umstände der Schwangerschaft zu beachten.

Ein Teenager befindet sich normalerweise noch in der der Ausbildung, verfügt über keine finanziellen Rücklagen und hat noch keinerlei Lebenserfahrung. Auch puncto Partnerschaft ist in diesem Alter meist noch alles offen und die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby mit beiden Eltern aufwachsen wird, ist äusserst gering. Man sollte also nicht zu naiv entscheiden und sich der Konsequenzen einer zu frühen Elternschaft bewusst sein. Eine Teenie-Mutter muss in Zukunft Ausbildung und Baby unter einen Hut bringen, oftmals bleibt dabei eines von beiden auf der Strecke. Für Spass und Party wird es in Zukunft keinen Platz mehr geben. Auch der Freundeskreis wird sich lichten, da die meisten Schulfreunde für die neue Situation kein Verständnis aufbringen können.

Bei näherer Betrachtung der Situation, liegt es also nahe, die Schwangerschaft zu beenden. Dennoch entscheiden sich gerade in Deutschland immer mehr Teenie-Mütter für ihr Baby. Die Gründe sind dabei oft haarsträubend: kein Bock auf Ausbildung, mangelnde Alternativen innerhalb der Gesellschaft, Einsamkeit und fehlende Zuwendung seitens der eigenen Eltern. Welche Auswirkungen dies in Zukunft auf das Baby haben wird, liegt auf der Hand: Vernachlässigung und fehlende Lebensperspektiven werden hierbei sozusagen an die nächste Generation vererbt. Nicht von ungefähr steigt das Risiko einer Teenie-Mutterschaft mit dem sinkenden Bildungsniveau. So liegt denn auch in Deutschland der Anteil an Teenie-Mutterschaften bei Hauptschülerinnen deutlich höher als bei Gymnasiastinnen.

Was können Sie als Eltern tun?

Eine Teenager-Schwangerschaft ist auch für die Eltern eine sehr belastende Situation. Neben das beklemmende Gefühl, in der Erziehung irgendwie versagt zu haben, gesellt sich die Frage, wie es denn nun weitergehen soll. Auf jeden Fall müssen Sie sich ausreichend Zeit nehmen, die Situation mit Ihrer Tochter zu besprechen. Es geht hier in erster Linie um sie und ihre Zukunft. Das Baby sollte bei der Überlegung zunächst eine untergeordnete Rolle spielen. Machen Sie Ihrer Tochter in allen Einzelheiten klar, welche Auswirkungen ein Kind auf ihren weiteren Lebensweg haben wird. Seien Sie auch konsequent und erklären Sie Ihrer Tochter, dass das Baby ihr Kind ist, und Sie als Grosseltern keinerlei Erziehungsverpflichtung haben. Natürlich können Sie Ihre Tochter nicht zu einer Abtreibung zwingen. Aber Sie können Ihr die Konsequenzen Ihrer Entscheidung deutlich vor Augen halten. In einer solchen Situation empfehlen wir auch dringend den Besuch einer Familien-Beratungsstelle. Diese kennen sich mit Teenager-Schwangerschaften besser aus und können als Aussenstehende glaubwürdiger argumentieren.

Letztlich hat Ihre Tochter auch die Möglichkeit, das Kind zu Adoption freizugeben. Dies bedeutet aber, dass Ihre Tochter die ganze Schwangerschaft vom Anfang bis zum Ende selber durchstehen muss. Und ganz nebenbei muss sie auch noch die Schule besuchen. Es wird also in jedem Fall zu einer zusätzlichen Belastung werden.
Die Schwangerschaft zu beenden erscheint hierbei als einzig möglicher Ausweg aus der Situation. Diese Entscheidung eröffnet Ihrer Tochter für die Zukunft ganz neue Lebensmöglichkeiten. Zeigen Sie Ihrer Tochter in Ruhe auf, welche Möglichkeiten Sie hat, wenn Sie sich gegen das Kind entscheidet. Aber drängen Sie sie nicht zu irgendwas. Entscheiden muss Sie letztlich selbst.

Was bedeuten Schwangerschaft und Geburt für einen Teenager?

Für ein junges Mädchen bedeutet die Diagnose einer Schwangerschaft zumeist einen tiefen Schock. Unglaublich viele Ängste gilt es nun zu verarbeiten. Was soll ich tun? Wie erkläre ich das meinen Eltern? Was wird mein Freund dazu sagen? Und was meine Schulkameraden und Lehrer? Werde ich mich schrecklich blamieren und werden mich alle auslachen? Warum ist das ausgerechnet mir passiert?

Junge Mädchen befinden sich oft in einer verzweifelten Situation, in der sie niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können. Und erst recht sind sie nicht in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. In dieser Situation ist eine Vertrauensperson sehr wichtig. Das kann eine Lehrerin sein, die Frauenärztin oder auch die eigene Mutter. Aber es braucht Mut, sich jemandem anzuvertrauen und zu erklären, wie es zu dieser Situation hat kommen können.

In solchen Situationen neigen verzweifelte junge Mädchen nicht selten zu Kurzschlussreaktionen. Oft wird die Schwangerschaft so lange verheimlicht, bis das Baby plötzlich da ist. Oder es wird versucht, selbst eine Abtreibung vorzunehmen, ohne ärztliche Betreuung. Auch Selbstmord ist eine nicht auszuschliessende Reaktion auf eine ungewollte Schwangerschaft. In solchen Fällen ist ein gutes Verhältnis zu den eigenen Eltern entscheidend. Dies kann die Offenbarung gegenüber den Eltern erheblich vereinfachen. Sollte die Entscheidung für das Kind erfolgen, so sollte mab siich der ganzen Tragweite bewusst sein. Ein Kind im Teenager-Alter zu bekommen, verändert das ganze Leben massgeblich. Es hat massive Auswirkungen auf die berufliche Entwicklung des Teenagers, als auch auf seine soziale. Der eigene Freundeskreis wird sich nachhaltig verändern. Die meisten Schulkameraden werden einen anderen Lebensweg einschlagen und irgendwann ihrer Wege gehen, während die junge Mutter sich zuhause um ihr Baby kümmert. Was dann noch vom ehemaligen Freundeskreis übrig bleiben wird, ist fraglich.
Auch auf die Partnerschaft hat die Teenager-Schwangerschaft einen massgeblichen Einfluss. Es ist leider nicht selten, dass sich die Teenager-Väter recht schnell aus dem Staub machen und sich damit der Verantwortung entziehen. Eine etwaige Zahlungsverpflichtung trifft sie dann oftmals erst viel später, wenn sie ins Berufsleben einsteigen. Es gibt aber auch immer wieder erfreuliche Beispiele, wo sich die ebenfalls sehr jungen Väter intensiv und liebevoll um die junge Mutter und das Baby kümmern. Solche Beispiele sind zwar sehr selten, zeigen aber, dass auch junge Menschen schon Verantwortung für ein anderes Leben übernehmen können.

Wie erleben Kinder ihre Teenager-Mütter?

Leider gibt es im deutschsprachigen Raum keinerlei Erhebungen zu diesem Thema. Einzig das Max-Planck-Institut hat in einer gross angelegten Studie analysiert, inwiefern das Alter der Eltern einen Einfluss auf den weiteren Lebensweg des Kindes ist. Das ernüchternde Resultat ist, dass nur das Alter allein betrachtet sich in keiner Weise signifikant auf die Lebenschancen des Kindes auswirkt.

Hingehen hat das Bildungsniveau der Eltern einen signifikanten Einfluss auf Gesundheit und Lebensweg des Kindes. Je höher der Bildungsgrad der Eltern, desto besser sind Gesundheit und Lebenschancen des Kindes.

Was bedeutet dies nun für die Teenie-Mütter und deren Kinder? Hier müssen wir einen einfachen Kausalschluss ziehen: Da Teenie-Mütter zumeist aus einem bildungsfernen Umfeld stammen, wird sich dies entsprechend negativ auf die Entwicklung deren Kinder auswirken. Rein statistisch gesehen, werden Kinder von Teenie-Mütter selbst einmal ein geringes Bildungsniveau haben, vermehrt zu Übergewicht neigen und auch eine weniger gute Gesundheit haben als vergleichbare Kinder von Eltern im normalen Alter.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>