Reif für Baby breit

Bin ich reif genug für ein Baby?

Sie haben seit längerer Zeit einen festen Partner und überlegen sich nun, ein Baby zu bekommen? Oder Ihr Partner hat Sie neulich auf dieses Thema angesprochen und jetzt haben Sie tausend Fragen? Oft werden gerade Männer von Ihren Lebensgefährtinnen mit dem Vorschlag, ein Kind zu bekommen, überrascht und wissen nun nicht was sie tun sollen. Eigentlich sind Sie ja mit Ihrem Leben soweit zufrieden. Sie beide haben einen guten Job und arbeiten an Ihrer Karriere. Sie reisen gern und können sich dafür ab und an eine Job-Auszeit leisten. Sie lieben schnelle Autos oder sonstigen Luxus und nun plötzlich kommt ein völlig unerwartetes Thema auf. Sicher, ein Kind gehört zum Leben dazu, aber das war bisher ein weit weg liegender Gedanke. Sicher, irgendwann einmal…

In einer gesunden Partnerschaft ein ganz natürliches Thema

Aber nun steht dieses Thema im Raum und Sie müssen sich ernsthaft damit auseinander setzen. Ein erstes Gespräch mit dem Partner/der Partnerin hat stattgefunden, aber Sie haben äusserst zögernd und zurückhaltend reagiert. Das ist normal, der Gedanke muss zunächst reifen. Dabei sollten Sie sich auf jeden Fall ausreichend Zeit lassen. Niemals sollte man sich zu einem Baby drängen lassen. Ein Baby ist eine gemeinsame Sache. Das ist es aus biologischen Gründen, aber viel mehr noch ist es nachher wichtig, dass beide Eltern an einem Strang ziehen. Ein Kind grossziehen ist Schwerstarbeit und es braucht dabei beide Elternteile. Daher ist es zwingend, dass sich beide Partner im Vorfeld ausreichend Gedanken zu dieser Entscheidung machen konnten und nicht einer der Partner (meist ist das der Mann) plötzlich vor vollendeten Tatsachen steht, sprich: einem positiven Schwangerschaftstest.

Lassen Sie sich also Zeit und überstürzen Sie nichts. Überlegen Sie in Ruhe, wie Ihr Leben mit einem Kind aussehen wird. Es wird sich sehr stark ändern. Ausgiebige Reisen liegen zunächst nicht mehr drin. Sie können nicht mehr jeden Abend ausgehen. Das eine oder andere Hobby werden Sie mal für einige Zeit zurückstecken müssen. Möglicherweise werden Sie auch eine neue Wohnung/ein Haus benötigen. Aber was am wichtigsten ist: das Baby wird Ihre Lebensprioritäten gewaltig ändern. Sie werden ein neues Sicherheitsbedürfnis entwickeln.  Das sind alles Überlegungen, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Am besten schauen Sie sich andere Familien an. Sie haben sicher in Ihrer Familie oder im Freundeskreis Leute mit Kindern. Wie gefällt Ihnen das Leben, das diese Menschen führen? Sicher ist es stressiger und chaotischer als Ihr Leben im Moment. Können Sie sich ein solches Leben für sich vorstellen?

Die häufigsten Bedenken, wenn es um das Thema Baby geht

Sie haben sich einige Zeit lang Gedanken zur Familienplanung gemacht und haben tausend Bedenken im Kopf? Sicher haben Sie diese Ängste auch schon mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin oder mit den besten Freunden diskutiert? Sie sind nun erst recht unentschlossen?

Natürlich kennen auch wir diese Fragen und möchten die häufigsten Bedenken kurz diskutieren:

1) Ich fühle mich noch zu jung für eine Familie

Sie sind mit Ihrem Leben zufrieden, eine Familie kommt für Sie aber generell in Frage, nur jetzt eben bitte noch nicht. Sie wollen Ihr Leben noch ein wenig geniessen und nicht schon eine solche Verantwortung eingehen. Diese Einstellung ist nachvollziehbar. In diesem Fall macht es tatsächlich Sinn, mit der Familienplanung noch etwas zu warten. Bedenken Sie jedoch, dass es aus biologischen Gründen (Alter der Partnerin, aber auch Alter des Partners!) eventuell sinnvoll sein könnte, nicht mehr allzu lang zu warten. Überlegen Sie es sich also genau, aber überlegen Sie nicht zu lang. Und kommunizieren Sie Ihrem Partner/Ihrer Partnerin gegenüber klar Ihre Entscheidung. Kein Herumdrucksen, weil Sie Angst haben, Ihren Partner/Ihre Partnerin zu verlieren!

2) Ich glaube nicht, dass ich so viel Verantwortung übernehmen kann

Diese Bedenken sind sehr häufig anzutreffen, und zwar bei beiden Geschlechtern gleichermassen. Man hat ein bequemes Leben, schätzt seine Freiheiten und möchte eigentlich gar nichts daran ändern. Vor allem möchte man nicht die Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen müssen. Auch hier sollten Sie in Ruhe überlegen. Bedenken Sie aber auch, dass das Baby Ihr eigenes Kind wäre, und Sie schon aus biologisch-hormonellen Gründen (dies trifft auch für Männer zu!) alles für Ihr Baby tun würden. Und dass Sie dies ohne langes Überlegen tun würden. Die Natur hat dies so eingerichtet, vertrauen Sie ihr!

3) Für eine Familie bin ich viel zu egoistisch

Ein häufig gedachter, aber selten ausgesprochener Punkt, ist der des Egoismus. Gerade gutverdienende Singles sind oft mit Ihrem Leben glücklich und scheuen den finanziellen und zeitlichen Aspekt eines eigenen Kindes. Sie wollen von Ihrem momentanen Wohlstand nichts abgeben? Das ist ganz natürlich und Sie brauchen sich dessen nicht zu schämen. Wir können allerdings versichern, dass ein Baby Ihre aktuelle Einstellung innerhalb kürzester Zeit und nachhaltig verändern kann. Und Sie würden sich dabei sogar noch äusserst wohl fühlen. Ein eigenes Kind hat schon aus so manchem notorischen Egoisten ein grosszügiges Weichei gemacht, und das meinen wir durchaus im positiven Sinn.

4) Ich möchte mein Leben nicht so radikal ändern

Zugegeben, ein Kind verändert das eigene Leben radikal. Das fängt bereits in der Schwangerschaft an und gipfelt in der Zeit nach der Geburt. Nie wieder wird sich Ihr Leben so radikal ändern, wie durch das erste Baby. Dessen sollten Sie sich bewusst sein. Reden Sie am besten mit Freunden, die den Schritt bereits gewagt haben. Wie haben die den Wechsel im Familienleben empfunden? Sicher werden Sie hier überraschende Dinge hören. Sie werden keine Eltern erleben, die sich über den Wechsel in Ihrem Leben beschweren. Die meisten werden Ihnen mit verzückten Gesichtern erklären, wie gern sie das alles machen und wie glücklich sie sind. Vertrauen Sie der Natur. Kinder gehören zum Leben dazu, und wenn nur eine Generation Menschen in der Vergangenheit anders gehandelt hätte, wären wir bereits ausgestorben.

5) Ich kann lautes Kindergeschrei nicht ertragen

Die ist ein durchaus valider Punkt. Sicher haben Sie schon Kinder erlebt, die abschreckend auf den Gedanken der Familienplanung gewirkt haben. Das ist nachvollziehbar und macht Sie keineswegs zum kinderfeindlichen Monster. Jeder hat schon einmal im Zug oder im Schwimmbad Kinder erlebt, die einem gehörig auf die Nerven gegangen sind. Und in solchen Momenten entstehen dann Gedanken, ob es sinnvoll ist, eigene Kinder in die Welt zu setzen. Aber auch hier gibt es Hoffnung: das Geschrei der eigenen Kinder wird von den meisten Eltern als gar nicht so schlimm empfunden. Selbst ausgesprochene Hektiker reagieren auf das Geschrei der eigenen Kinder mit stoischer Ruhe und Gelassenheit. Lassen Sie sich auch hier überraschen!

6) Ich möchte mich nicht so stark an meinen Partner/meine Partnerin binden

Ihr Partnerschaft besteht erst seit kurzem und Sie sind sich noch nicht sicher was draus wird? Oder Sie leben schon länger in einer festen Partnerschaft, sind jedoch unsicher, ob er oder sie die richtige Wahl ist? Hier ist Vorsicht geboten. Mit dem “falschen” Partner ein Kind in die Welt zu setzen, mündet unter Umständen in eine baldige Trennung. Ein Kind ist eine Belastungsprobe für eine Beziehung. Nur wenn die Beziehung schon vorher sehr gut funktioniert hat, hat ein Kind eine Chance, ein stabiles Umfeld zu erleben. Lassen Sie sich nicht mit Patch-Work-Träumen ruhigstellen. Dies ist kein optimales Umfeld für ein kleines Kind und es wird unter Umständen mit Verhaltensauffälligkeiten reagieren. Haben Sie also das Gefühl, Kind ja, aber nicht mit diesem Partner/dieser Partnerin, dann sollten Sie unbedingt auf der Bremse stehen. Aber auch hier gilt: nicht herumdrucksen, sondern den Entscheid klar kommunizieren.

7) Ich möchte kein Kind in diese vergiftete Welt setzen

Ein häufiges Argument gegen ein Kind ist auch der Aspekt, dass wir nicht in einem idealen Umfeld leben. Kriege, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung sind drohende Faktoren, die das Bild der heilen Familienwelt schon einmal ins Wanken bringen können. Aber auch hier müssen wir entgegenhalten: die Welt war noch nie so stabil und optimal für Familienplanung geeignet wie heute. Nirgends sonst gab es einen solchen technischen Fortschritt und eine derartige medizinische Versorgung wie heutzutage. Stellen Sie sich die Menschen der Steinzeit vor, oder des Mittelalters. Wenn die Menschen damals so gedacht hätten, dann wären wir längst ausgestorben. Aber dennoch: wenn Sie Bedenken gegen eine Familienplanung haben, und Ihrem Kind die aktuellen Probleme unserer Welt nicht zumuten wollen, so ist das Ihr Entscheid. Und diesen gilt es zu respektieren. Stehen Sie also dazu, erklären Sie Ihren Entscheid Ihrem Partner/Ihrer Partnerin und seien Sie konsequent.

Vielleicht konnten wir Ihnen mit diesen Argumenten etwas helfen. Der Entscheid für oder gegen ein Baby sollte niemals leichtfertig getroffen werden. Und bedenken Sie auch, dass der Entscheid, egal wie er ausfällt, irgendwann nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Wenn Sie einmal Eltern geworden sind, dann sind sie für viele Jahre an diese Entscheidung gebunden. Sollten Sie sich gegen eine Familie entschieden haben, dann werden Sie in einigen Jahren zu alt sein für eine Familiengründung.

Wann sollten Sie sich nicht zu einem Baby überreden lassen?

Bei allen Argumenten die für ein Baby sprechen, gibt es auch Situationen, in denen Sie sich auf keinen Fall zu einem Baby überreden lassen sollten:

Zur Versöhnung: Bekommen Sie nie ein Baby, um Ihre Partnerschaft zu kitten. Probleme in der Beziehung löst man nicht mit einem Baby, häufig verschlimmert sich die Situation dadurch.

Wenn es medizinische Bedenken gibt: Gibt es in Ihrer Familie schlimme Erbkrankheiten, die Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an Ihren Nachwuchs weitergeben würden? Unter Umständen ist auch dann die Entscheidung für ein Kind problematisch. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt darüber.

Wenn sie eigentlich wirklich gar nicht und niemals eine Familie haben möchten: Sie wussten schon immer dass Sie kein Familienmensch sind und wollen auch niemals eigene Kinder? Wenn die Überlegung derart ausgeprägt und felsenfest ist, dann sollten Sie sich auf keinen Fall von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zu einem Kind überreden lassen. Seien sie ehrlich und ziehen Sie  wenn nötig entsprechende Konsequenzen.

Aber: aus finanziellen Gründen müssen Sie nicht auf ein Baby verzichten

Wir haben hier ganz bewusst auf den finanziellen Aspekt verzichtet, der gegen ein Baby sprechen könnte. Die meisten Sozialsysteme Europas fangen arme Familien auf und sichern damit ein menschenwürdiges Leben, auch mit Kindern. Daher sollten heutzutage finanzielle Aspekte kein Grund mehr gegen ein Baby sein. Aber vielleicht sollten Sie die Anzahl Ihrer Kinder sozialverträglich kontrollieren, wenn Sie nicht in der Lage ist, selbst für Ihren Nachwuchs finanziell aufzukommen.

Fazit

Es gibt viele Bedenken und Ängste, wenn es um die Familienplanung geht. Einige konnten wir mit unseren Argumenten vielleicht entkräften. Es gibt jedoch immer auch Situationen, die ganz klar gegen eine Familienplanung sprechen. Sollten Sie Ihren Entscheid für die eine oder andere Situation getroffen haben, dann ist es Zeit für ein diplomatisches, aber klärendes Gespräch mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin. Seien Sie offen in Ihrer Argumentation und vertrösten Sie niemals auf einen späteren Zeitpunkt. Das wäre unfair Ihrem Partner/ihrer Partnerin gegenüber.

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