moderner Vater

Sind die modernen Väter die besseren Mütter?

Früher beschränkte sich die Vaterrolle auf die des Erzeugers und Ernährers. Innerhalb der modernen Familie hat sich dieses Bild glücklicherweise stark gewandelt. Heutzutage spielt der Papa eine aktive Rolle bei der Erziehung und beschäftigt sich intensiver mit seinem Nachwuchs als je zuvor. Wir zeigen auf, wie sich die Vaterrolle in den letzten Jahrzenten gewandelt hat und wie die Kinder davon profitieren.

Der moderne Vater ist von Anfang an dabei

Die Vaterrolle hat sich gewandelt, das sieht man auch in der Öffentlichkeit: gab es früher auf den Spielplätzen ausschliesslich Mütter mit ihren Kindern zu sehen, so zeigen sich nun auch immer mehr Väter allein mit ihren Kindern, gern auch mal unter der Woche. Doch wie kommt es zu dieser neuen Vaterrolle?

Der moderne Vater ist von Anfang an dabei. Er ist sozusagen total involviert. Er wird nicht mehr zufällig Vater, sondern plant zusammen mit seiner Partnerin das Familienleben. Für seine Kinder hat er sich bewusst entschieden und ist auch bereit, sein Leben zugunsten der Kinder zu ändern. Früher war es die Frau, die allein ihre Karriere aufgegeben und ihr Leben von Grund auf geändert hat wenn Kinder kamen. Heute wollen auch immer mehr Väter im Berufsleben zurückstecken, um ihre Kinder bewusst zu erleben. Dass dabei immer mehr Väter bereit sind, Teilzeit zu arbeiten, ist ein sehr erfreulicher Trend.

Doch die moderne Vaterrolle beginnt nicht erst mit der Geburt des Kindes. Vielmehr begleitet er die Schwangerschaft aktiv und unterstützt seine Partnerin von Anfang an. Nicht selten gehen Männer mit zum Geburtsvorbereitungskurs. Studien haben sogar herausgefunden, dass Männer während der Schwangerschaft ihrer Partnerin einen veränderten Hormonspiegel haben. Sie haben dann mehr weibliche Hormone, was Sie weicher und mitfühlender macht und es kann sogar sein, dass Männer in der Stillzeit das Still-Hormon Prolaktin produzieren.

Mittlerweile ist es auch selbstverständlich, dass Männer bei der Geburt ihrer Kinder dabei sind und sie dürfen dort sogar die Nabelschnur durchtrennen. Sogar bei einem Kaiserschnitt ist die Anwesenheit des werdenden Vaters heute nicht mehr ausgeschlossen. So kann der Vater bereits den Beginn des Lebens beim eigenen Kind miterleben. Entsprechend eng ist natürlich nachher die Bindung zum eigenen Kind. Der Vater hat es ja sozusagen mit auf die Welt gebracht.

Keine Seltenheit mehr: der Vater trägt das Baby im Tragetuch auf der Brust

Doch auch nach der Geburt beteiligt sich der moderne Vater aktiv an der Säuglingspflege. So ist es heutzutage keine Seltenheit, wenn ein Vater sein Kind wickelt. Leider befinden sich Wickelstationen in öffentlichen Bereichen immer noch in der Damentoilette, was immer mehr Väter aufregt. Aber irgendwann werden auch die Architekten öffentlicher Toiletten den neuen Trend der Vaterrolle erkennen und dem Rechnung tragen. Und bis dahin wird sich sicher keine Frau daran stören, wenn sie auf der Damentoilette einen modernen Vater in Ausübung seiner Vaterpflichten sieht.

Immer öfter sieht man auch stolze Papis mit ihrem Neugeborenen im Tragetuch oder Baby-Björn herumlaufen. Die Sichtbarkeit von Vätern in der Öffentlichkeit hat sich nicht zuletzt deswegen signifikant erhöht. Und die Väter zeigen sich stolz in ihrer neuen Vaterrolle. Es wird weder als peinlich noch weibisch angesehen, wenn sich Väter in der Öffentlichkeit präsentieren.

Der Einfluss des Vaters auf die Erziehung des Kindes

Böse Zungen behaupten hartnäckig: Männer sind und bleiben Kinder. Na umso besser! Dann sind sie absolut prädestiniert für die Kinderbetreuung! Wer könnte sich besser mit einem Kind beschäftigen, als ein selbst noch verspielter Papi? Babys profitieren enorm davon, wenn sich Väter intensiv mit ihnen beschäftigen. Dabei beschäftigen Sie sich jedoch anders mit ihnen als die Mütter es tun. Während Mütter sich eher pflegerisch mit ihrem Baby beschäftigen, geht es bei Vätern eher lustig zu. Väter fordern Ihre Babys auch stärker und trauen ihnen mehr zu. Für die optimale Erziehung eines Kindes braucht es daher beides.

Und was würden die Kinder sagen? Ganz klar: Papis Beschäftigungsprogramm ist wesentlich lustiger als das der Mami. Das liegt ganz einfach daran, dass Männerhobbies meist spannender sind als Frauenhobbies. Welches Kind spielt nicht gern mit Autorennbahn, Werkzeug- oder Baukasten? Väter sind mutiger im Umgang mit ihren Kindern. Während Väter Ihren Kindern so schnell wie möglich Rad- oder Skifahren beibringen wollen, sehen Mütter zunächst die Gefahren dieser Sportarten.

Ausserdem sind Väter gelassener im Umgang mit ihren Kindern. Da dürfen sie auch mal beim Essen fernsehen oder mit dreckigen Schuhen im Haus herumlaufen. Dieser lockere Erziehungsstil kommt bei den Kleinen natürlich super an. Seien Sie aber hier auf der Hut, die unterschiedlichen Erziehungsansätze können schnell zu Konflikten in der Beziehung führen.

Was sagen Mütter zu den neuen Vätern?

Die Mütter begegnen dem neuen Trend bei der Vaterrolle ausschliesslich positiv. Für eine modern eingestellte Frau bedeutet die neue Vaterrolle eine grosse Erleichterung. Sie bekommt Hilfe bei Haushalt und Erziehung und muss Beruf und Karriere nicht für die Familie aufgeben. Die Zufriedenheit bei der Mutter wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Kinder und auch auf die Partnerschaft aus.

Moderne Väter sind moderne Partner. Sie helfen im Haushalt, engagieren sich aktiv als Erzieher der Kinder. Der Vorteil: wenn beide arbeiten, gibt es mehr Gesprächsstoff und man entfremdet sich nicht so stark wie in der traditionellen arbeitsteiligen Familie. Erste Indizien deuten sogar darauf hin, dass dieses moderne Verständnis von Vater und Partner zu einer Senkung der Scheidungsrate beisteuern kann. Haben sich beide Partner gleichberechtigt um Familie und Familieneinkommen gekümmert, dann ist die Gefahr kleiner, dass man am Ende der Erziehungszeit feststellen muss, dass man sich nichts mehr zu sagen hat.

Fazit

Der moderne Vater kann als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Sowohl die Kinder als auch die Partnerschaft profitieren sehr vom neuen Vaterbild. Letztendlich profitieren auch die Väter selbst vom neuen Vaterverständnis. Sie geben zwar teilweise ihre Karriere für die Kinder auf, aber dafür können sie das Abenteuer Kind von Anfang an bewusst miterleben und -gestalten. Nun müssen nur noch die Arbeitgeber von der neuen Vaterrolle überzeugt werden. Leider ist das Teilzeitmodell für Männer immer noch die Ausnahme. Selbst moderne Unternehmen tun sich schwer, das Arbeitspensum von Vätern zu reduzieren oder auch flexiblere Arbeitsmodelle anzubieten. Es bleibt zu wünschen, dass sich auch hier in Zukunft etwas verändern wird.

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