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Ein Geschwisterchen kommt – Wie sag ich es meinem Kind?

Sie sind zum zweiten Mal schwanger und die Freude auf das Baby ist gross. Aber haben Sie sich auch schon überlegt, wie und wann Sie es Ihrem Kind erzählen? Wir sagen Ihnen, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie Sie Ihrem Kind altersgerecht erklären, was auf es zukommt.

Der richtige Zeitpunkt

Generell gilt: je jünger Ihr Erstgeborenes ist, umso später müssen Sie ihm erklären, dass es ein Geschwisterchen bekommt. Ein zweijähriges Kind wird mit einer zu frühen Ankündigung des Babys überfordert sein und mit Ungeduld reagieren. Erklären Sie es einem so kleinen Kind am besten erst ein paar Wochen vor der Geburt.

Ist Ihr Kind allerdings schön grösser und ein etwas klareres Zeitverständnis, dann können Sie das Geschwisterchen schon eher ankündigen. Idealerweise beginnen Sie damit, sobald Ihr Bauch sichtbar wächst, dann kann Ihr Kind diese Veränderung beobachten und das Geschehen mit verfolgen. Um den genauen Zeitpunkt der Ankunft des Geschwisterchens zu beschreiben, nehmen Sie am besten die Jahreszeiten zu Hilfe. Dann können Sie beispielsweise im Winter erklären, dass das Baby kommt wenn Sommer wird und es draussen richtig warm ist. Oder Sie nehmen andere Fixpunkte des Jahres zu Hilfe, zum Beispiel: nach Papis Geburtstag, wenn der Weihnachtsmann kommt. Dann kann sich Ihr Kind darauf einstellen und ein eine ungefähre Vorstellung, wie lang es noch warten muss.

Die richtige Vorbereitung

Je näher der Zeitpunkt der Geburt rückt, umso wichtiger ist die Vorbereitung Ihres Kindes auf das Baby. Seien wir ehrlich: für Ihr Kind ist ein weiteres Geschwisterchen in erster Linie eines: ein Konkurrent um die eigenen Eltern. Der einzige Vorteil den es aus der Geschwisterbeziehung haben wird – den eines Spielgefährten – ergibt sich frühestens nach einem Jahr. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind so gut wie möglich darauf vorbereiten, was es vom neuen Familienmitglied zu erwarten hat.

Erklären Sie Ihrem Kind, dass das Baby am Anfang nichts anderes kann als schreien, trinken und schlafen. Ein grösseres Kind können Sie auch schon sanft darauf hinweisen, dass Sie am Anfang durch das Baby weniger Zeit für es haben werden, dass Sie es aber dennoch lieb haben und immer für es da sein werden.

Umgang mit Eifersucht

Trotz aller Vorbereitung kann es nach der Geburt Ihres Babys zu Eifersucht seitens Ihres grösseren Kindes kommen. Insbesondere dann, wenn es die Situation schon bewusst erlebt und älter als 1.5 Jahre ist. Möglicherweise fragt Sie Ihr Kind, wann denn das Baby wieder geht und ob man es irgendwo zurückgeben kann. Ältere Geschwister versuchen die Aufmerksamkeit der Mutter zu erreichen, indem sie plötzlich wieder Windeln brauchen, nachts nicht mehr durchschlafen oder sich wie ein Baby benehmen. Nehmen Sie sich daher Zeit für Ihr älteres Kind. Nutzen Sie die Schlafphasen des Babys und unternehmen Sie etwas mit dem oder der Grossen. Vielleicht können Sie das Baby auch mal einen halben Tag abgeben und verbringen Sie die Zeit zusammen mit Ihrem älteren Kind. Celebrieren Sie diese Zeit und erklären Sie ihm, dass Sie heute etwas zusammen unternehmen, nur Sie beide, ohne Baby. Sie werden sehen: die Freude darüber wird gross sein.

Im schlimmsten Fall müssen Sie auch mit Aggressionen seitens des älteren Kindes gegenüber dem Baby rechnen. Hier ist Diplomatie gefragt. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass Sie keine Bosheiten dem Baby gegenüber tolerieren werden. Zeigen Sie auch, dass dem Baby das wehtut und dass Ihr grosses Kind auch mal so klein war und ihm das auch nicht gefallen hätte.

Das ältere Kind in die Säuglingspflege einbinden

Je nachdem wie alt und verständnisvoll Ihr älteres Kind schon ist, können Sie es auch gern in die Pflege des Babys mit einbinden. Vielleicht kann es ihm schon die Flasche geben, den Schnuller holen, nach dem Bad sanft mit Babyöl massieren, die Windel entsorgen. Gerade Dreijährige haben oft ein starkes Bedürfnis, mit helfen zu wollen. Nutzen Sie dies und betrauen Sie es mit kleinen Aufgaben. Es wird stolz darauf sein, wenn es für die Babybetreuung wichtig ist und feste Aufgaben bekommt.

Dies können Sie bereits vor der Geburt ein wenig üben: Sicher hat Ihr älteres Kind eine Puppe oder ein Plüschtier. Zeigen und üben Sie an diesem Ersatzbaby, wie man die Windel anlegt, die Flasche gibt und das Baby richtig hält. Es wird mit Begeisterung mitmachen und dadurch auch weniger auf das Baby eifersüchtig sein, wenn es integriert wird.

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