Geburt

Alles Wissenswerte zur Geburt

Es ist soweit! Sie haben 10 Monate auf diesen Moment gewartet und nun werden Sie, vielleicht zum ersten Mal, ein Kind auf die Welt bringen. So aufregend dieser Moment auch sein mag, fast alle Frauen haben auch ein klein wenig Angst vor der Geburt. Wie schlimm werden die Schmerzen sein? Wird alles gut gehen? Wird mein Kind gesund sein? Wie lang wird die Geburt dauern? Wir können den Verlauf Ihrer Geburt natürlich nicht vorhersagen. Jede Geburt verläuft individuell anders. Aber wir sollen Ihnen im Folgenden kurz erklären, was bei einer natürlichen Geburt abläuft und welche Möglichkeiten Sie haben, auf den Geburtsverlauf Einfluss zu nehmen.

Die Geburtsphasen

Obwohl jede Geburt individuell abläuft, gibt es drei Phasen, an die sich jede natürliche Geburt “hält”:

- Eröffnungsphase
- Austreibungsphase
- Nachgeburtsphase

Eröffnungsphase: Die Eröffnungsphase ist normalerweise die längste Geburtsphase. Sie beginnt ganz allmählich mit einem leichten Ziehen im Unterbauch, ähnlich wie zu Beginn der Menstruation. Nach und nach setzen nun die ersten Eröffnungswehen ein. Diese sind zu Beginn noch wenig schmerzhaft und treten in grösseren Abständen auf. Die Eröffnungswehen sorgen dafür, dass sich der Muttermund langsam öffnet. Haben Sie diese Wehen in grossen Abständen, so sollten Sie ruhig bleiben. Am besten gehen Sie spazieren oder nehmen ein Bad zur Entspannung. Die Eröffnungsphase dauert unter Umständen sehr lang und Sie haben noch alle Zeit der Welt. Eine Fahrt ins Kranken- oder Geburtshaus ist momentan noch zu früh, man würde Sie ohnehin wieder heimschicken. Haben Sie jedoch Bedenken oder fühlen Sich irgendwie unwohl, dann können Sie gern Kontakt mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Gynäkologen aufnehmen und das weitere Vorgehen mit Ihm besprechen.

Die Eröffnungsphase dauert bei Erstgebärenden etwa 10 Stunden. Sollten Sie bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben, wird sich diese Zeit normalerweise auf etwa 2-4 Stunden verkürzen. Es gibt aber auch hier Ausnahmen.

Ab wann sollten Sie ins Kranken- oder Geburtshaus aufbrechen? Pauschal gilt die Empfehlung, dass Sie langsam aufbrechen sollten, wenn Ihre Wehen alle 10 Minuten auftreten. Aber auch hier dürfen Sie auf Ihr Bauchgefühl vertrauen. Sind Sie ruhig und entspannt und möchten noch etwas zuhause bleiben, dann können Sie das problemlos tun. Gerade beim ersten Kind müssen Sie nichts überstürzen. Sind Sie jedoch nervös und würde es Sie beruhigen, in fachkundiger Betreuung zu sein, dann sollten Sie sich auf den Weg zu Ihrem Geburtsort machen. Sollten Sie einen Blasensprung haben -dies kann auch ohne vorherige Wehentätigkeit passieren!- sollten Sie jedoch umgehend zu Ihrem Kranken- oder Geburtshaus fahren. Ein Blasensprung ist kein Notfall, Sie können immer noch in Ruhe Ihre Tasche packen und müssen nichts überstürzen. Allerdings dürfen Sie nun nichts Schweres mehr heben. Dies gilt besonders für Mütter, die bereits Kinder haben und diese nun vielleicht tragen müssten. Überlassen Sie dies unbedingt Ihrem Partner!

Im weiteren Verlauf der Eröffnungsphase nimmt die Wehentätigkeit an Intensität zu und die Wehen treten nun häufiger auf. Wahrscheinlich verspüren Sie nun auch schon das Bedürfnis, zu pressen. Dies sollten Sie jedoch im Moment noch nicht tun, da der Muttermund noch nicht weit genug eröffnet ist und das Pressen somit nichts bringen würde. Versuchen Sie die Wehen zu veratmen und probieren Sie verschiedene Stellungen aus. Sie dürfen auch herumlaufen, sitzen, oder knien. Tun Sie, was Ihnen am angenehmsten erscheint. Gegen Ende der Eröffnungsphase haben viele Frauen das Gefühl, es gehe nicht voran und sie würden die Geburt aus eigener Kraft nicht zu Ende bringen können. Viel Frauen wollen nach Hause und wollen dass es aufhört. Seien Sie sich bewusst, dass es allen Frauen so geht und dass das Ende der Eröffnungsphase oft als die mühsamste Geburtsphase empfunden wird. Seien Sie sich aber auch bewusst, dass es nun nicht mehr lange dauern wird, bis Sie Ihr Baby im Arm halten können.

Austreibungsphase: In der Austreibungsphhase ist der Muttermund vollständig eröffnet und die Wehen ändern sich dahingehend, dass das Baby nun durch den Geburtskanal nach aussen gedrückt wird. Für die meisten Frauen ist diese Phase angenehmer, da sie nun endlich aktiv mitpressen können. Ihre Hebamme wird Ihnen sagen, ab wann Sie mit dem Pressen beginnen können. Die Gebärmutterkontraktionen sind nun sehr stark und eigentlich würde dies schon ausreichen, um das Baby durch den Geburtskanal zu drücken. Überlegen Sie sich nun die optimale Geburtsposition. Lassen Sie auch die Schwerkraft mit wirken. Eine Geburt im Liegen ist daher sicher nicht optimal. Und versuchen Sie, den Beckenboden zu entspannen. Viele Frauen möchten ihr Baby im Wasserbecken gebären. Jetzt wäre der Zeitpunkt. sich in die Geburtswanne zu begeben.

Die aktive Pressphase dauert bei Erstgebärenden höchstens 40 Minuten, später verkürzt sich diese Zeit auf ca. eine halbe Stunde. Sobald der Kopf zu sehen ist, wird die Hebamme Sie bitten, mit dem Pressen kurz aufzuhören. Dies dient dazu, dass durch den enormen Druck des Kopfes kein Dammriss entsteht. Meist wird zu Vereinfachung des letzten Geburtsverlaufes auch ein Dammschnitt nötig. Dieser Schnitt wird ohne Betäubung unter einer Wehe durchgeführt und Sie werden davon nichts spüren. Als nächstes wird der Kopf des Babys austreten, mit dem Gesicht nach unten. Die Hebamme wird nun den Kopf sanft zur Seite drehen, damit die Schultern leichter herausgleiten. Der Rest kommt von allein und Ihr Baby ist nun endlich da!

Nachgeburtsphase: Im Anschluss an die eigentliche Geburt muss nun noch die Plazenta ausgestossen werden. Das geschieht in der sogenannten Nachgeburtsphase. Die Hebamme und der Arzt werden genau darauf achten, dass die gesamte Nachgeburt ausgeschieden wird. Verbleiben Reste davon in der Gebärmutter, kann es in der Folge zu starken Blutungen oder auch Infektionen kommen.

Diese letzte Geburtsphase werden Sie als junge Mutter wahrscheinlich gar nicht mehr mitbekommen. Sie sind nun mit Ihrem Baby beschäftigt. Die Hebamme wird es unter Umständen kurz säubern und es Ihnen nackt auf den Bauch legen. Dies löst bei Ihnen Muttergefühle aus und sorgt dafür, dass Sie in einigen Tagen einen Milcheinschuss haben werden. Geniessen Sie diese Zeit im Geburtsraum zusammen mit Ihrem Partner und lernen Sie Ihr neues Familienmitglied kennen. Viele Babys öffnen sofort nach der Geburt Ihre Augen und schauen neugierig in die Welt. Es gibt aber auch Babys, die kneifen die Augen fest zusammen. Aber seien Sie unbesorgt. In einigen Stunden haben sich die Augen des Babys an das ungewohnte Licht gewöhnt und es wird Sie neugierig anschauen.

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