kaiserschnitt

Kaiserschnitt – wenn die Geburt anders verläuft als geplant

Jede Geburt ist einzigartig und man weiss zu Beginn nie was einen erwartet. Machen Sie sich daher nicht zu viele Pläne von Ihrer Geburt, denn meistens kommt es irgendwie anders. Seien Sie vor allem nicht enttäuscht, wenn Sie die Geburt nicht aus eigener Kraft zu Ende bringen können. Oft ist ein Kaiserschnitt die letzte Möglichkeit, Ihr Baby gesund auf die Welt zu bringen. Und darauf kommt es ja letzten Endes an.

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt -Sectio Ceasarea- ist ein Segen der modernen Medizin, konnte doch durch ihn die Sterberate der Babys durch die Geburt massiv gesenkt werden. Vielen Frauen bleibt heute ein nicht enden wollender, quälender Geburtsverlauf erspart, dank dem Kaiserschnitt. Mittlerweile wird in Deutschland jedes dritte Kind per Kaiserschnitt entbunden, oft auch auf Wunsch der Mutter. Tendenz steigend. Der Name Kaiserschnitt leitet sich aus einem alten römischen Gesetzt ab, wonach eine bei der Geburt gestorbene Frau nicht beerdigt werden durfte, ohne dass ihr vorher das Kind aus dem Leib geschnitten wurde. Kaiserschnitte kennt die Medizingeschichte schon lang, aber es ist erst seit etwa 400 Jahren möglich, Kaiserschnitte an lebenden Frauen durchzuführen, welche von den Frauen auch überlebt wurden.

Gründe für einen Kaiserschnitt

Es gibt verschiedene medizinische Gründe für einen Kaiserschnitt. Mittlerweile entscheiden sich aber auch immer mehr Frauen ohne medizinische Indikation für einen Kaiserschnitt, weil Sie sich die Schmerzen und Strapazen einer natürlichen Geburt ersparen wollen. Die Kaiserschnittquoten werden daher in den nächsten Jahren weiterhin steigen. Doch auch der medizinisch notwendige Kaiserschnitt wird immer häufiger. Gründe dafür sind das steigende Alter der Erstgebärenden, steigenden Anzahl Mehrlingsgeburten nach künstlicher Befruchtung sowie das steigende Geburtsgewicht der Babys.

Generell unterschieden wird zwischen einem primären Kaiserschnitt, der von vornherein geplant ist, und dem sekundären Kaiserschnitt, der in der laufenden Geburt vorgenommen werden muss. Der häufigste Grund für einen geplanten Kaiserschnitt ist die Steisslage des Kindes. Aber auch ein ungünstiges Verhältnis aus Gewicht des Babys und der Grüsse des Beckens der Mutter kann einen Kaiserschnitt notwendig machen. Während der laufenden Geburt ergibt sich oft die Notwendigkeit eines Kaiserschnittes, wenn die Geburt sehr lang dauert, die Herztöne des Kindes schwach werden oder sonstige Komplikationen auftreten. Ein Kaiserschnitt in der laufenden Geburt wird von den Frauen meist als besonders hart empfunden, da sie hier oft das Gefühl haben, versagt zu haben. Sollten Sie in eine solche Situation kommen, dann bedenken Sie, dass dank der Sectio Ihr Baby überhaupt überleben konnte. Sicher ist es für Sie enttäuschend, die Geburt nicht aus eigener Kraft zu Ende gebracht zu haben. Denken Sie daher nicht allzu sehr darüber nach, sondern erfreuen Sie sich an Ihrem gesunden Baby!

Keine Angst vor dem Kaiserschnitt!

Sollte bei Ihnen ein Kaiserschnitt geplant sein, so können Sie unbesorgt sein. Heutzutage ist ein Kaiserschnitt eine absolut sichere Sache. Für Ihr Kind sind sogar die Risiken eines Kaiserschnittes geringer als bei einer natürlichen Geburt, und die Risiken für Sie als Mutter sind nur unbedeutend höher als bei einer Spontangeburt. Ausserdem geht eine Sectio bedeutend schneller als eine Geburt, wenn alles gut geht, können Sie nach ca. 30 Minuten Ihr Baby im Arm halten!

Die meisten Sectios werden heutzutage unter lokaler Anästhesie durchgeführt. Sie sind also die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein dabei und in den meisten Fällen darf sogar Ihr Partner bei der Operation dabei sein. Dabei wird Ihnen unter lokaler Betäubung eine Spritze in den Rücken gegeben, der Sie ab dem Bauch abwärts vollständig lähmt. Sie spüren dort keinerlei Schmerzen und können Sich auch nicht mehr bewegen.

Der Kaiserschnitt selbst geht sehr schnell, dadurch wird das Baby auch gar nicht erst durch das Schmerzmittel betäubt. Der Schnitt selbst wird sehr weit unten am Bauch angesetzt, in der Regel unterhalb der Bikini-Linie. Ihre Narbe wird also in Zukunft nur Ihr Partner zu sehen bekommen. Oft wird der Schnitt noch manuell etwas angerissen, das verbessert anschliessend die Wundheilung. Durch das Schneiden selbst werden auch teilweise Bauchmuskeln zerschnitten. Keine Angst! Das wächst alles wieder zusammen, aber lassen Sie sich Zeit für die Rückbildung.

Sobald die Gebärmutter eröffnet wurde, wird das Baby rausch aus der Öffnung herausgezogen. Dabei wird der Arzt von seinem Asstistenten unterstützt, der kräftig Druck auf den Oberbauch ausübt. Dies kann von der werdenden Mutter als etwas unangenehm empfunden werden, ist aber rasch wieder vorbei. Sobald der Kopf des Babys da ist, wird mit einem kleinen Sauger seine Nase von Fruchtwasser befreit. Bei einer Spontangeburt wird das Fruchtwasser durch den natürlichen Geburtsvorgang aus der Nase gedrückt. Dieser Druck bleibt bei einer Sectio aus, was den Schritt des Absaugens notwendig macht. Schon nach kurzer Zeit werden Sie Ihr Baby schreien hören. Und während der Arzt noch die Wunder klammert oder näht, wird Ihnen das Baby auf die Brust gelegt und Sie können ersten Kontakt zu Ihrem neuen Familienmitglied aufnehmen.

Risiken eines Kaiserschnitts

Der Kaiserschnitt ist eine Operation. Es ergeben sich daher die gleichen Risiken wie bei jeder anderen Operation auch. Wir wollen diese im folgenden kurz erwähnen, aber nicht näher darauf eingehen. Wir empfehlen Ihnen ohnehin, sich nicht allzuviel mit den Risiken einer Sectio zu beschäftigen. Sie sind überdies nicht grösser als bei einer Spontangeburt. Sehen Sie entspannt und optimistisch dem geplanten Eingriff entgegen, er lässt sich ja doch nicht vermeiden.

Zu den normalen Risiken einer Sectio zählen:

- Blutungen
- Infektionsgefahr
- Thrombosegefahr

Vorteile eines Kaiserschnitts

Wir wollen hier auf keinen Fall Werbung für den Kaiserschnitt machen. Einen Kaiserschnitt sollten Sie nur bei medizinischer Indikation in Betracht ziehen. Dennoch hat der Kaiserschnitt gewisse Vorteile gegenüber der normalen Geburt. Falls Sie also einen Kaiserschnitt notwendigerweise machen lassen müssen, dann sollten Sie sich auch dessen Vorteile bewusst machen:

- keine Inkontinenz
- keine Probleme beim Geschlechtsverkehr
- keinen Dammriss oder -schnitt
- Sie sind nach dem Eingriff nicht so müde wie nach einer Geburt
- weniger Blutungen nach der Entbindung

Erholung nach dem Kaiserschnitt

Nach dem Eingriff werden Sie in Ihr Krankenbett transportiert und müssen dort in der Regel erst einmal einige Stunden bleiben. Ohnehin lässt die Narkose erst nach mehreren Stunden nach und solange können Sie sich gar nicht bewegen. In den ersten 24 Stunden werden Sie noch einen Katheder tragen, weil Sie die Blase nicht kontrollieren können und auch noch gar nicht selbst auf die Toilette gehen können. Spätestens am Tag nach dem Kaiserschnitt, meistens aber auch schon einige Stunden danach, wird Sie Ihre Hebamme bitten, vorsichtig aufzustehen. Und wie durch ein Wunder werden Sie das auch irgendwie schaffen. Ein Wunder deshalb, weil Sie das Aufstehen gänzlich ohne Bauchmuskeln bewältigen müssen! Die Bauchmuskeln wurden durch die Operation teilweise durchtrennt und müssen nun erst langsam wieder zusammenwachsen. Das braucht Zeit und wenn Sie die Bauchmuskeln anspannen, wird dieser Prozess verlangsamt. Aber auch das werden Sie lernen.

Wegen der bereits erwähnten Thrombosegefahr müssen Sie mindestens eine Woche lang spezielle Thrombose-Strümpfe tragen. Beim Anlegen dieser Strümpfe werden Sie Hilfe benötigen, ansonsten sollten die Strümpfe keine Beeinträchtigung darstellen.

In den ersten Tagen nach dem Kaiserschnitt werden Sie noch starke Schmerzmittel nehmen müssen. Normalerweise müssen Sie diese in Tablettenform alle paar Stunden einnehmen. Achten Sie genau auf diese Zeiten, auch wenn Sie mit Ihrem Neugeborenen abgelenkt sind. Andernfalls könnten Sie plötzlich im Schlaf durch starke Bauchschmerzen überrascht werden, und bis dann die Tablette wieder wirkt, dauert sicher eine Viertel Stunde. Doch schon nach kurzer Zeit können Sie die Medikamente reduzieren und sogar ganz absetzen. Spätestens nach einer Woche müssen Sie keine Schmerzmittel mehr nehmen. Ihrem Baby schaden diese Schmerzmittel jedoch nicht. Das heisst, Sie können Ihr Baby ganz beruhigt stillen.

Stillen nach Kaiserschnitt

Natürlich können Sie auch nach einem Kaiserschnitt Ihr Baby stillen. Allerdings gilt es einiges zu beachten. Durch das fehlende Geburtserlebnis und die damit einhergehende hormonelle Situation, kann es sein dass der Milcheinschuss ein bis zwei Tage später kommt. Beschleunigen lässt sich dies, indem Sie das Baby sofort nach der Geburt nackt auf Ihre Brust legen. Durch den engen Kontakt und das erste Saugen des Babys an der Brust, wird die Milchentwicklung angeregt.

Einmal Kaiserschnitt – immer wieder Kaiserschnitt?

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