Erste Zeit  mit dem Baby

Gar nicht perfekt: die erste Zeit mit dem Baby!

Sie haben sich neun Monate lang auf diesen Moment gefreut – nun halten Sie endlich Ihr Baby im Arm. Und es sollte doch eigentlich alles perfekt sein. Aber das unendliche Glücksgefühl will sich einfach nicht einstellen. Das Baby schreit als wolle es gar nicht auf dieser Welt sein, Sie sind völlig übermüdet und mit den Nerven am Ende und hinzu kommt eine starke Unsicherheit im Umgang mit der neuen Situation.

Wir wissen wie Sie sich fühlen. Jede Mutter macht diese erste Zeit mit dem Baby durch und es bleibt schlicht keine Zeit, sich über das Baby zu freuen. Zu stark nimmt es die eigene Mutter in Beschlag. Und alles muss grad sofort sein. Sie haben keine Zeit mehr für sich. Wann haben Sie zuletzt geduscht? Die Haare gewaschen? Die Nägel manikürt? Keine Ahnung? Seien Sie unbesorgt. Das geht allen Müttern so. Die erste Zeit mit dem Baby ist immer anstrengend. Aber das geht vorbei – ganz langsam.

Wir haben Tipps und Ideen, wie Sie die erste Zeit mit Ihrem Baby schaffen und das Leben mit ihm geniessen können.

Nicht versuchen, perfekt zu sein

Die erste Zeit mit einem Neugeborenen Baby ist anstrengend. Versuchen Sie, diese Zeit irgendwie zu überstehen. Dabei kommt es nicht auf Perfektion an, sondern darauf, dass Sie zumindest die nötigsten Dinge irgendwie schaffen. Muss es zum Mittag unbedingt ein 3-Gänger sein? Fertigpizza macht auch satt. Müssen Sie gerade die ganze Verwandtschaft zum Babybestaunen einladen und bekochen? Nein! Wer unbedingt kommen will, der kann auch gleich den Kuchen mitbringen. Müssen Sie perfekt gestylt sein? Zeigen Sie Mut und bleiben Sie auch mal ungeschminkt, Ihrem Baby wird es egal sein!

Sie dürfen auch mal unzufrieden sein, die Nase voll haben. Und sie dürfen das auch mal sagen! Das ist kein Problem. Sicher wird es Menschen geben, die geschockt reagieren wenn Sie sagen dass es Ihnen im Moment zuviel ist. Aber wer will kann gern helfen.

Für den Haushalt Hilfe holen

Apropos: Entgegen landläufiger Meinungen macht sich so ein Haushalt natürlich nicht von ganz allein. Viele Männer haben das Gefühl, wenn die junge Mutter den ganzen Tag mit dem Baby zuhause ist, dann sollte das bisschen Haushalt kein Problem sein. Männer: vergesst es! Ein Baby ist am Anfang ein 180%-Job, da bleibt für Fensterputzen, Bügeln und Einkaufen einfach keine Zeit. Unser Tipp daher: erledigen Sie so viel wie möglich schon vor der Geburt und holen Sie sich für die Zeit danach eine Unterstützung. Das kann eine Putzfrau sein oder die Nachbarin, egal: sie werden jede Hilfe dringend brauchen.

Nicht sofort springen wenn das Baby schreit

Gerade beim ersten Kind hat man oft das Gefühl, man muss beim kleinsten Glucksen nach dem Baby schauen. Versuchen Sie, es ruhig anzugehen. Wenn Ihr Baby etwas braucht, dann wird es sich lautstark melden.

Und wenn es schreit, müssen Sie nicht jedesmal einen Kurzsprint einlegen um Ihr Baby zu trösten. Gewöhnen Sie es langsam daran, dass es mit seinen Bedürfnissen auch mal einige Minuten warten muss. Das wird Sie sehr entlasten. Und auch wenn es mal einige Minuten schreit – das schadet ihm nicht. Durch das Schreien kann es weder überhitzen noch passiert sonst irgendetwas Schlimmes. Versuchen Sie, gelassen zu bleiben.

Schlafen, sobald das Baby schläft

Die erste Zeit mit dem Neugeborenen ist geprägt von Schlafmangel. Versuchen Sie daher sooft es geht zu schlafen. Auch wenn dies zu unmöglichen Tageszeiten passieren wird. Ist Ihr Baby in seinem Laufgitter eingeschlafen? Super! Legen Sie sich auf die Couch und schlafen Sie so lange es geht. Sie werden sehen, im ausgeruhten Zustand haben Sie viel mehr Geduld und Nerven für Ihr Baby!

Wann immer möglich, das Baby abgeben

Gerade am Anfang ist die ganze Verwandtschaft wegen des Babies in heller Aufregung. Alle wollen das Baby sehen, es im Arm halten, ihm die Flasche geben. Super! Nutzen Sie diesen Hype und geben Sie, wann immer es möglich ist, Ihr Baby ab. Am besten eignen sich für diesen Job die beiden Omas. Die haben eine enge Bindung zu ihrem Enkel und auch Erfahrung im Umgang mit Babies – auch wenn es schon etwas länger her ist. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Baby bei den Omas sehr gut aufgehoben ist. Gehen Sie in dieser Zeit zum Frisör und zur Massage.

Oder schlafen Sie mal wieder ein paar Stunden ungestört. Was auch immer – denken Sie in dieser Zeit nicht an Ihr Baby sondern versuchen Sie, sich zu erholen!

Hebammen und Mütterberatung

In den ersten Wochen nach der Geburt werden Sie normalerweise von einer Hebamme betreut. Ihr können Sie von Ihren Sorgen und Unsicherheiten erzählen. Sie wird Sie am besten verstehen können und weiss auch die besten Tipps, wie Sie das eine oder andere Problem meistern können.

Anschliessend können Sie sich jederzeit an die örtliche Mütterberatung wenden. Wir empfehlen ohnehin den regelmässigen Besuch der Mütterberatung. Hier wird Ihr Baby regelmässig gewogen und gemessen. Ausserdem gibt es hier auch nützliche Infobroschüren für junge Mütter. Und wenn Sie mal körperlich und psychisch am Ende sind, finden Sie bei Ihrer Mütterberatung sicher jederzeit Unterstützung.

Austausch mit anderen Müttern

Sicher haben Sie es schon gemerkt: Ihr Partner oder Ehemann versteht nicht so richtig, warum das “bisschen” Babyarbeit so zeitraubend und anstrengend ist. Beruhigen Sie sich – er kann es gar nicht wissen! Er ist tagsüber auf Arbeit und hat das Gefühl, junge Mütter würden den ganzen Tag nur spazieren gehen und mit dem Baby schmusen. Daher ist es umso wichtiger, Kontakt mit Gleichgesinnten zu suchen.

Im besten Fall haben Sie eine enge Freundin, die auch gerade ein Baby hat. Meistens klappt das Timing jedoch nicht so perfekt und Sie müssen sich anderweitig nach Gleichgesinnten umschauen. In den meisten Städten haben sich Müttervereine oder Krabbelgruuppen formiert. Meistens organisieren ein bis zwei Mütter dieser Gruppen und man kann unangemeldet dort hingehen und Kontakte aufbauen. Nutzen Sie dies, auch wenn Sie am Anfang noch niemanden kennen. Mit der Zeit werden sich echte Freundschaften entwickeln die auch lange nach der Babyzeit noch Bestand haben. Hier können Sie auch Tipps von anderen Müttern holen. Gerade Mütter mit älteren Kindern wissen recht gut, wo man die besten Kinderkleider bekommt, was man mit Babies und Kleinkindern unternehmen kann, wo es die schönsten Spielplätze gibt und so weiter.

Und wenn gar nichts mehr geht…

Machen Sie sich keine Illusionen: die erste Zeit mit einem Neugeborenen kann richtig hart sein und es ist möglich, dass Sie auch einmal an Ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen. Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass Sie Ihrem Baby gegenüber negative Emotionen entwickeln. Das passiert leider. Seien Sie hier aber vorsichtig. Versuchen Sie Abstand von Ihrem Baby zu gewinnen, indem Sie es in einen anderen Raum bringen. Lassen Sie es schreien und versuchen Sie, sich zu beruhigen. Ihrem Baby schadet das Schreien nichts und Sie können die Zeit nutzen, um wieder zu Kräften zu kommen und Ihre Nerven zu beruhigen. Trinken und essen Sie in Ruhe etwas, dann sind Sie auch wieder fit genug für Ihr Baby.

Und als Trost:

Die erste Zeit mit dem Baby mag noch so anstrengend sein – sie geht aber auch recht schnell vorbei. Und ehe Sie es sich versehen, ist es ein Jahr alt und bereits kein Baby mehr. Und seien Sie versichert: Mit jedem Tag wird der Umgang mit dem Baby einfacher. Sie werden gelassener und das Baby macht immer mehr Fortschritte. Seine nächtlichen Schlafphasen werden länger, das Stillen geht immer schneller, nach einem halben Jahr kann es schon Brei essen und mit einem Jahr isst es alles was Sie auch essen. Spätestens dann haben Sie es geschafft. Wir wünschen Ihnen alles Gute!

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